Mann sitzt unter modernem Bauwerk.

Depression — sie frisst deine Verletzlichkeit

Stim­men aus dem Netz, YouTube & Co. meinen, die Depres­sion sei reak­tiv, also eine Reak­tion, weil du ver­let­zt wor­den bist. Nicht ein­mal, mehrmals, dass es dich wieder­holt beschämt hat, kon­tinuier­lich dein Selb­st­wert ver­nichtet, mit und ohne Worte.

Ja und Nein. Häu­fig ist eine Depres­sion eine kom­plexe Wech­sel­wirkung von Neu­ro­bi­olo­gie, Psy­che und Lebensereignis­sen.

Nicht nur eine einzelne Reak­tion.

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Mann mit Brille und Bart

Depression — Zu einfach, wie überlebe ich heute

Eine Depres­sion ist sim­pel. Du liegst im Bett, in deinem inneren Motor, deinem Antrieb, ist das Schmieröl fest­ge­laufen. Nichts kann sich bewe­gen. Dein Sys­tem ist fest­ge­fahren.

Dabei ist es egal, ob du dein Sys­tem über­hitzt hast, sodass das Öl seine Struk­tur änderte zu einem zähen Gel. Oder eine Über­forderung dich aushe­belte, das Öl sich über Dich­tun­gen ver­lor, weil akut die Ver­hält­nisse in deinem Sys­tem ver­schoben waren.

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Frau in schwarzer Jacke und Pullover.

Charlott – Montag, der 17. März

Die Müdigkeit hängt an mir wie nass­es Leinen­zeug. Die Knochen sind schw­er, das Hirn ein Wat­tek­lumpen, und trotz­dem dreht mein Kopf, als wär er ein klein­er Radiomo­tor, der immer nur das­selbe Lied spielt. Ich liege im Bett dieser Klinik, dem Eiland, und höre den Flur atmen; jede Tür, die aufge­ht, ist eine Erin­nerung daran, dass ich nicht dort bin, wo ich hinge­höre. Fritz liegt an einem anderen Ort – in frem­den Hän­den, unter Schläuchen, mit der Kanüle, die seinen Brustko­rb zum Atmen zwingt. Dieses Bild lässt mich nicht schlafen.

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