Charlott am Felsen - generative AI

Charlott — Montag, 15. Oktober

Die Sonne jagte ihre Hitze gegen das Fen­ster. Ich stre­iche den Staub vom Glas. Es ist warm. Bilder von let­zter Woche jagen mir in den Schädel. Bilder, ein Bild: Mat­te. Ich war in der Klinik, im Café, und plöt­zlich saß er neben mir. Shit, hat es mich gekickt. Mat­te.

Dann rief Hilde an, total ver­wasch­enes Gesäusel, als käme sie von ein­er Par­ty und hätte alles mal quer kon­sum­iert, was im Ange­bot war. Macht sie nicht, beteuerte sie mir mal. Kann sein, vielle­icht ist es auch meine Müdigkeit.

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Mann am Fluss in der Stadt

Matte bricht ein

Story by Charlott // MaxSophie

Die Tür hin­ter ihm knallte zu, als er die ersten Stufen der Treppe herun­terge­gan­gen war.

„Nur raus, raus aus diesem Elend, weg aus ihren vier Wän­den.“, zuck­ten einzelne Gedanken durch ihn.

Trä­nen drängten sich an seine Augen­lid­er. Er schluck­te schw­er, damit sie sich nicht durch­brechen, nach außen drin­gen.

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Mann mit Brille und Bart

Depression — Zu einfach, wie überlebe ich heute

Eine Depres­sion ist sim­pel. Du liegst im Bett, in deinem inneren Motor, deinem Antrieb, ist das Schmieröl fest­ge­laufen. Nichts kann sich bewe­gen. Dein Sys­tem ist fest­ge­fahren.

Dabei ist es egal, ob du dein Sys­tem über­hitzt hast, sodass das Öl seine Struk­tur änderte zu einem zähen Gel. Oder eine Über­forderung dich aushe­belte, das Öl sich über Dich­tun­gen ver­lor, weil akut die Ver­hält­nisse in deinem Sys­tem ver­schoben waren.

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Mann steht unter einem Baum.

Depression und wenn der Schlaf sie ausspielt

Ich atme tief, atme, und Unruhe wirbelt sich durch den Bauch. Sie plant, mich wachzuhal­ten für den Tag. Eine Nacht ohne Schlaf.

Diese Nacht habe ich über­lebt, war eingeschlafen, und zehn Minuten später wirbel­ten sich wieder Gedanken und Bilder durch den Kopf und ein­fach Leere in Wach­heit. Der Schlaf ver­steckt sich im Schein­wer­fer­licht der Straßen­leuchte, kommt und wird und wird gebrochen.

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Charlott – Dienstag, der 18. März

Char­lott – Dien­stag, der 18. März

Die Erschöp­fung liegt wie Blei in meinen Knochen. Ich wache auf und denke zuerst an die Maschi­nen, an das Pfeifen, das Absaugen in der Nacht – oder an das, was ich mir ein­bilde, wenn ich hier im weißen Zim­mer liege. In der Reha nen­nen sie es Sta­bil­isierung, Abstand gewin­nen und wieder Sta­bil­isierung. Für mich ist es nur Leere. Leere. Ein Vaku­um, das mich erstick­en will.

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Frau sitzt nachdenklich am Fenster. @KI

Charlott — Sonntag, der 16. März

Erschöp­fung. Schuld. Sehn­sucht.

Das sind wohl die drei, die heute am lautesten schreien. Wenn ich ihnen Gesichter geben müsste:
Erschöp­fung sitzt auf mein­er Brust, fett und schw­er, riecht nach kaltem Klinikessen und abge­s­tanden­em Rauch. Schuld ste­ht in der Ecke, lehnt läs­sig an der Wand und grinst, weil sie weiß, dass sie immer gewin­nt. Sehn­sucht sitzt am Fen­ster­brett, guckt raus in die Dunkel­heit und wartet auf ein Geräusch, das nicht kommt – Fritz’ Atmen, dieses ras­sel­nde, wack­lige.

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MasSophie geht am Wasser entlang. @KI

Depression, nicht lösbar allein mit umgestellter Denkweise

Bist du ver­schreckt, weil ich hier über Depres­sion schreibe, nicht klas­sisch, ohne Lösungsweg? Vielle­icht nähere ich mich dabei der Ursache, mein­er. Der Text kommt ein­fach aus dem Nichts und ich möchte dir nichts erzählen, was wie ein Ratschlag oder wie Tipps wirkt. 

Ratschläge erschla­gen einen ras­ant, wirken frei von Empathie, sind häu­fig ein Stilmit­tel, dein Erleben auf eine nachvol­lziehbare Logik zu verkürzen, und geben dir die Schuld, wenn es nicht klappt und du weit­er­hin scheit­erst. 

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Frau sitzt nachdenklich am Fenster.

Charlott — Freitag, der 14. März

Der Psy­chodoc hat heute wieder das ver­traute Muster durchge­zo­gen: Er hat mir das Wort „Gefühl“ in die Hände gedrückt, als würde er damit einen Schlüs­sel zu ein­er Tür anbi­eten, die ich seit Monat­en ver­schlossen halte. Er kreiste um das The­ma Fritz – den kleinen, tra­cheotomierten Geist, der still in der Klinik liegt, dessen Atemzüge wie das Tick­en ein­er Uhr sind, die nie aufhört zu mah­nen.

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Charlott sitzt auf Treppenstufen.

Charlott, Donnerstag — 13. März


Der Regen pras­selt auf das vergilbte Dachfen­ster am Neben­haus, schlägt an mein Fen­ster wie das ständi­ge Piepen des Beat­mungs­geräts von Fritz. Ich sehe die Tropfen wie kleine, kalte Mess­er auf das Holz des Fen­ster­rah­mens – sie schnei­den in die Stille, die ich mir seit Wochen zusam­menge­bis­sen habe. In mir dreht sich das Rad mein­er Gedanken: Schuld, Wut, Verzwei­flung. Ich greife nach der Schreib­mas­chine Eri­ka, das kalte Met­all an meinen Fin­gern, und weiß: Wenn ich hier tippe, gibt es kein Zurück mehr.

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