Mann wandert durch Walt

Depression – ein Konflikt mit Hochfunktional, lebensbedrohlich

Jet­zt wird wieder die näch­ste Kuh durch das Dorf Social Media getrieben. Hochfunk­tionale Depres­sion.

Deine Tage sind durch den Job, die Uni, die Last durch die Fam­i­lie, und die Sorgear­beit voll. Du stehst durchge­hend unter Strom, es bringt dich an die Gren­zen deines Sys­tems. Um zu funk­tion­ieren, ent­fremdest du dich von dir, um den All­t­ag weit­er zu bewälti­gen. Dein Kör­p­er reagiert mit Bluthochdruck und unspez­i­fis­chen Schmerzen und deine Atmung ist nur noch flach.

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Charlott – Dienstag, der 18. März

Char­lott – Dien­stag, der 18. März

Die Erschöp­fung liegt wie Blei in meinen Knochen. Ich wache auf und denke zuerst an die Maschi­nen, an das Pfeifen, das Absaugen in der Nacht – oder an das, was ich mir ein­bilde, wenn ich hier im weißen Zim­mer liege. In der Reha nen­nen sie es Sta­bil­isierung, Abstand gewin­nen und wieder Sta­bil­isierung. Für mich ist es nur Leere. Leere. Ein Vaku­um, das mich erstick­en will.

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Mann steht am Fenster bei Sonnenuntergang.

Depression zerstört deine Erschöpfung

Wir müssen wegkom­men von dieser Idee, die Depres­sion sei eine Geschichte der Erschöp­fung, das Ner­ven­sys­tem liege brach nach ein­er Über­las­tung, du hättest dir zu viel zuge­mutet. 

Ver­giss dies schnell, ins­beson­dere wenn deine Depres­sion mit­tel­gr­a­dig oder schw­er ist. Denke daran: Depres­sion ist eine Diag­nose, häu­fig auch eine Zweit­di­ag­nose als „Zusatz“ ein­er Haupt­di­ag­nose, denn sie ist ein Sam­mel­beck­en von mehreren Symp­tomen. Mehr nicht. Zählt ein Doc diese zusam­men, dann fol­gt als Summe: Depres­sion, leicht, mit­tel­gr­a­dig oder schw­er. Oder eben nichts.

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Charlott sitzt auf Treppenstufen.

Charlott, Donnerstag — 13. März


Der Regen pras­selt auf das vergilbte Dachfen­ster am Neben­haus, schlägt an mein Fen­ster wie das ständi­ge Piepen des Beat­mungs­geräts von Fritz. Ich sehe die Tropfen wie kleine, kalte Mess­er auf das Holz des Fen­ster­rah­mens – sie schnei­den in die Stille, die ich mir seit Wochen zusam­menge­bis­sen habe. In mir dreht sich das Rad mein­er Gedanken: Schuld, Wut, Verzwei­flung. Ich greife nach der Schreib­mas­chine Eri­ka, das kalte Met­all an meinen Fin­gern, und weiß: Wenn ich hier tippe, gibt es kein Zurück mehr.

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